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[10.04.05]
Vereinbarkeit von Beruf und Familie für
Männer sinnvoll und schnell - Reykjavik zeigt wie es gehen kann
In Sachen Väterkarenz kann Hildur Jónsdóttir vom Gleichstellungsbüro
der Stadt Reykjavik von einer Sensation berichten, die, wäre sie auch in anderen
europäischen Ländern schon Realität, massive Auswirkungen auf die Chancen von
Frauen nicht nur auf dem Arbeitsmarkt hätte. Seit
2001 gibt es ein neues Karenzrecht in Island. Jeder Elternteil kann (auch ohne
Trauschein und ebenfalls bei Adoption) jeweils drei Monate beim Kind bleiben und
beide gemeinsam können entscheiden, wie sie weitere drei Monate in Anspruch nehmen.
Männer müssen dabei mindestens drei Monate in Karenz gehen, ansonsten verfallen
die für sie vorgesehenen drei Monate Minimum.
Eltern in Karenz erhalten 80% ihres sonstigen Lohnes. Wer ohne Einkommen ist,
die/der bekommt eine Art Mindestkarenz ausbezahlt. Die insgesamt neun Monate Karenzzeit
müssen während der ersten 18 Lebensmonate des Kindes in Anspruch genommen werden.
Der
Erfolg spricht für sich: In Island gehen junge Väter zu 82 bis 85% in Karenz.
Hildur Jónsdóttir meint dazu, es gebe nun eine neue Generation von Männern, die
sich "permanent für Kinder verantwortlich fühlt, anstatt nur der Mutter zu 'helfen'."
(Quelle: Ceiberweiber), http://www.ceiberweiber.at/2004/tlp.htm Printausgabe
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