Erstaunlich
 

18/07/2008
Erstaunlich

Seit vier Jahren können Väter wie Mütter von Kindern bis zu sieben Jahren ihr Recht auf Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen. Aber nur 6 Prozent der Befragten nahmen es tatsächlich wahr (zum Befragungszeitpunkt), 3 % hatten bereits Elternteilzeit erlebt und weitere 4 Prozent hatten dies noch vor.

1.000 Eltern befragt
Vorwiegend sind es Frauen, nämlich 86 Prozent, die Elternteilzeit in Anspruch nehmen, verrät das Institut für Familienforschung. Es befragte im Auftrag des BMWA 1.000 Eltern, 550 Betriebe und 15 Personalchefs im Zeitraum Okt. 2006 bis Sept. 2007.

Die 14 Prozent Männer, die Elternteilzeit arbeiten, reduzieren ihre Arbeitszeit erstaunlicherweise weniger als die Mütter, dabei geht es sicherlich nicht immer um Geld. Nur die Hälfte der Befragten ist außerdem der meinung, dass Elternteilzeit Väterbeteiligung wirklich erhöhen kann.

Und warum?
Über die tatsächlichen Motive vermehrt zuhause zu bleiben, zeigen die Studienergebnisse wenig Tiefe. "Familiäre Gründe" sind es allemal, "mehr Zeit für die Familie zu haben", was aber bringt einen Mann wirklich dazu, Kinder- und Haushaltspflichten stärker wahr zu nehmen? Es zeigte sich, dass vor allem partnerschaftlich ausgerichtete Haushalte Elternzeit in Anspruch nehmen, für TraditionalistInnen muss dann wohl noch ein anderes Instrument gefunden werden.

Ein Vergleich mit anderen Ländern in Europa, die eine hohe Väterbeteiligung haben, wäre für die Motivforschung sehr spannend. Auch wäre noch stärker zu untersuchen, welchen Einfluss die Tatsache der Elternzeit-Berechtigung auf die gewonnenen Zahlen haben, denn nur die Hälfte der Frauen sind anspruchsberechtig, aber mehr als zwei Drittel der betroffenen Männer. Das hängt mit der Arbeitszeit, Firmenzugehörigkeit und der Größe der Betrieb zusammen, in denen die Frauen und Männer beschäftigt sind.

Warten wir also weiter ab, bis das Geheimnis gelüftet werden kann, wie österreichische Väter für mehr Kinderbetreuung und Haushaltspflichten zu motivieren sind.



Zu den Studienergebnissen des ÖIF



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